Sehr geehrte Damen und Herren,
leider ist es nicht für alle Kinder selbstverständlich, in behüteten und liebevollen Verhältnissen aufzuwachsen. Viele Kinder werden in äußerst belastende Lebensumstände hineingeboren. Oft gelingt es den Familien, ihre schwierige Situation mit beeindruckender Stärke zu meistern. Doch immer wieder erschüttern uns auch Berichte über Schicksale von Kindern, die grausam misshandelt oder vernachlässigt wurden.
Ziel unseres Aktionsprogramms zu den Frühen Hilfen ist es, Kindern ein gesundes und gewaltfreies Aufwachsen auch in schwierigen Lebenssituationen zu ermöglichen. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders verletzlich und damit schutzbedürftig. Daher haben wir ganz besonders die ersten Lebensmonate und -jahre im Blick, weil diese auch von herausragender Bedeutung für die gesamte weitere Entwicklung sind. Dafür gehen wir schon sehr früh auf belastete Familien zu – nämlich schon während der Schwangerschaft.
Unsere Modellprojekte, die wir in allen Ländern auf den Weg gebracht haben, zeigen, dass die frühzeitige Unterstützung von Familien der beste Weg ist, um Kinder vor Gewalt und Vernachlässigung zu schützen. Um die Erfahrungen und Informationen rund um die Frühen Hilfen zu bündeln und weiterzugeben, haben wir das Nationale Zentrum Frühe Hilfen ins Leben gerufen. Im Rahmen des Kongresses werden Sie seine Arbeit kennenlernen und an den reichhaltigen Erfahrungen zu den Frühen Hilfen aus den vergangenen Jahren teilhaben können.
Die Bundesregierung will den Schutz von Kindern in Deutschland umfassend und wirksam verbessern. Dazu werden wir ein Kinderschutzgesetz auf den Weg bringen, das Prävention und Intervention gleichermaßen stärkt und Verbesserungen für die in diesem Bereich tätigen Fachkräfte, für Eltern und natürlich an erster Stelle für Kinder und Jugendliche bringt.
Wir laden Sie ein, im Rahmen des Kongresses mit uns Bilanz zu den Entwicklungen Früher Hilfen in den vergangenen Jahren zu ziehen und weiterführende Perspektiven für den Aus- und Aufbau Früher Hilfen und des Kinderschutzes zu entwickeln. Lassen Sie uns dabei die Kernidee Früher Hilfen beim Wort nehmen: Von Anfang an. Gemeinsam.
Dr. Kristina Schröder
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend




