Sehr geehrte Damen und Herren,
durch Frühe Hilfen werden belastete Eltern unterstützt, ihre Kinder zu fördern und ihnen ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Ziel ist es, Kinder frühzeitig, bereits ab der Schwangerschaft, vor Vernachlässigung und Misshandlung zu schützen. Viele Länder und Gemeinden haben Projekte und Arbeitsansätze zu Frühen Hilfen auf den Weg gebracht. Auf Bundesebene hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Aktionsprogramms „Frühe Hilfen für Eltern und ihre Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ im März 2007 das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) eingerichtet, um Arbeitsansätze Früher Hilfen wissenschaftlich abzusichern, sie weiterzuentwickeln und die praktische Arbeit mit den Familien zu unterstützen. Trotz vielfältiger Hilfen für Familien mit Kleinkindern und Säuglingen fehlt bis heute fundiertes Wissen darüber, welche Unterstützungsangebote wirksam sind und wie das Zusammenspiel der verschiedenen Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich und der Kinder- und Jugendhilfe aussehen kann, um effektiv und nachhaltig zu sein.
Von Anfang an. Gemeinsam. Mit diesem Anspruch bündelt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen die Kompetenzen sowohl der beiden Trägerinstitutionen, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Deutschen Jugendinstituts (DJI), als auch die vielfältigen Ansätze aus dem Gesundheitswesen und der Jugendhilfe. Aber auch andere Arbeitsbereiche wie beispielsweise die Frühförderung, die Schwangerschaftsberatung und die Frauenunterstützungseinrichtungen werden in die vernetzte, aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit zu Frühen Hilfen einbezogen. So gelingt es am ehesten, Zugang zu den Eltern zu gewinnen und ihnen passgenaue Hilfen anzubieten.
„Gemeinsam“ bezieht sich aber vor allem auf die Zusammenarbeit mit den Eltern, die besondere Unterstützung benötigen. Frühe Hilfen sind nur dann wirksam, wenn es gelingt, das Vertrauen der Eltern zu gewinnen, damit diese die angebotenen Hilfen gerne annehmen und von ihnen auch als hilfreich erlebt werden.
Mit dem Bundeskongress Frühe Hilfen will das NZFH gemeinsam mit Ihnen den gemeinschaftlichen Ansatz fortsetzen. Die Ergebnisse der vergangenen Jahre werden zur Diskussion gestellt, und über die notwendigen Schritte zum Ausbau von Kooperationen im Bereich Frühe Hilfen wird beraten. Ihre Fachkompetenz und Ihre Erkenntnisse sind hierfür unverzichtbar.
Wir freuen uns, Sie zum Bundeskongress Frühe Hilfen einladen zu können. Wir wünschen Ihnen und uns anregende Gespräche, weiterführende Forschungsergebnisse in Vorträgen und Foren sowie wichtige Impulse für die Praxis.
- Prof. Dr. Elisabeth Pott
Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - Prof. Dr. Thomas Rauschenbach
Direktor des Deutschen Jugendinstituts




